Leopold realisiert fliegende Auftragswechsel im Stanzen großformatiger Voll- und Wellpappebogen
Mex, Schweiz, 2. Juli 2026
In den frühen 1960er Jahren revolutionierte BOBST mit der Markteinführung seiner Autoplaten-Flachbettstanzen für das Format VII – also für Bogenbreiten bis etwa 1.650 mm – die Herstellung großer Verpackungen aus Wellpappe. 60 Jahre später leistet das Unternehmen gemeinsam mit dem Verpackungshersteller Leopold im Rahmen der Pilot-Installation einer MASTERCUT 165 PER Dual Stream in dessen Werk III in Marbach einmal mehr Pionierarbeit.
Mit ihrer Flexibilität in der Verarbeitung von Voll- und Wellpappe setzt diese Hochleistungsstanze für das Format VII völlig neue Maßstäbe. „Mit der MASTERCUT 165 PER Dual Stream können wir zweigleisig fahren und sowohl großformatige Karton- als auch Wellpappebogen stanzen. Bei beiden Materialarten erreichen wir bei schnellsten Auftragswechseln gleich hohe Geschwindigkeiten und Spitzenqualität. BOBST hat in dieser Flachbettstanze optimale Prozesse für beide Materialarten kombiniert – und damit einen Spagat geschafft“, erklärt Valeri Lach, Betriebsleiter im Werk III der Leopold GmbH Verpackungen in Marbach am Neckar.
Kundenspezifische Anpassungen
Die MASTERCUT 165 PER Dual Stream ist ein Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen den Experten von BOBST und der Firma Leopold, welche bereit war, eine seinerzeit noch nicht auf dem Markt erhältliche Maschine in seinem Werk zu testen. Die Maschine mit Zuschnittsauslage auf der Rückseite wurde mit einer zusätzlichen seitlichen Auslage ausgestattet. Diese Kombination von Hochstapel- und Stapelauslage wurde Dual Stream getauft.
Indem BOBST in seinem Packaging Center in Mex in der Schweiz eine vergleichbare MASTERCUT 1.65 PER Dual Stream inklusive PALLETIZER installierte, konnte der Maschinenhersteller in seinem Headquarter alle technischen Anpassungen auf Herz und Nieren testen, bevor sie bei Leopold an der Pilotmaschine vorgenommen werden. Trotzdem war über die ersten Monate hinweg permanent ein BOBST Technikspezialisten bei Leopold vor Ort.
Valeri Lach und sein Team kamen im Laufe der Zeit immer wieder mit Wünschen und Ideen auf uns zu, die in unsere Entwicklung eingeflossen sind. Letztlich ist damit eine Maschine entstanden, die im Markt ihresgleichen sucht“, lässt Hans Dreistein die gemeinsame Entwicklung Revue passieren. Er betreut im Verkauf von Bobst Meerbusch seit vielen Jahren den Verpackungshersteller, der in seinen drei Werken in Ludwigsburg, Bad Lauterberg und Marbach aktuell über 17 Stanzen und 16 Faltschachtel-Klebemaschinen von BOBST verfügt.
Maximale Flexibilität
Die neuartige Dual Stream-Technologie gab dem Unternehmen eine früher nicht gekannte Flexibilität in der Auslage. Lach: „Bei der MASTERCUT mit Dual Stream haben wir hier zwei Optionen: die Ausgabe korrekt gezählter und getrennter Zuschnittstapel auf ihrer Rückseite oder die motorisierte Hochstapel- bzw. Ganzbogenauslage an ihrer Seite. Hinzu kommt in der Verarbeitung von Vollpappe die Möglichkeit des Nutzentrennens mit Einfach- oder Doppelschnitt und dynamischem Abfallauswurf. Im Ergebnis können wir in unserer Produktion mit ein- und derselben Maschine flexibel wie nie zuvor auf Wünsche unserer Kunden eingehen und ihre Anforderungen aus einer Hand abdecken.“
Die MASTERCUT 165 PER stanzt Vollpappe mit Flächengewichten von 300 bis 2.000 g/m2 und Wellpappe mit Dicken von 0,5 bis 7 mm. Das heißt, sie vereint beide Welten. Die verarbeitbaren Bogenformate reichen von 600 x 520 mm bis 1.650 x 1.300 mm. Dank ihrer hohen Stanzkraft bis 5,5 MN bei gleichzeitig geringem Druck auf die Bogen sind auch kaschierte Materialien mit empfindlichen Lackierungen für diese Maschine keine Herausforderung. Ihr speziell angepasstes Bogenzuführungssystem zieht alle diese Materialien schonend und bei höchster Zuverlässigkeit in die Maschine ein.
„Mehr und mehr unserer Kunden wollen zweigleisig fahren und ihre Produkte in Verpackungen sowohl aus Vollpappe als auch aus Wellpappe auf den Markt bringen. Oder auch in kaschierten Materialien. Dank des hybriden Betriebs der MASTERCUT 165 PER Dual Stream können wir ihre Anforderungen in beiden Bereichen bei früher undenkbarer Flexibilität abdecken“, formuliert Lach den strategischen Vorteil gegenüber den Stammkunden.
Aktuell erreicht Leopold mit der MASTERCUT 165 PER je nach Stanzauftrag Geschwindigkeiten bis 7.000 Bogen pro Stunde – sowohl bei Voll- als auch bei Wellpappe. Dank der um die Maschine realisierten automatischen Paletten-Logistik für verschiedene Palettenmaße kann das Unternehmen diese Geschwindigkeit konsequent ausreizen. Besondere Kundenorientierung erlaubt Leopold auch die Möglichkeit, über den PALLETIZER kundenspezifisch gestaltete Paletten mit Faltschachtelprodukten produzieren zu können. Und das alles automatisch.
„Die MASTERCUT 165 PER erfordert bei Materialwechseln keine besonderen Umstellarbeiten. Alle ihre Vorrichtungen sind auf diese Flexibilität ausgelegt“, stellt Markus Bonna fest, stellvertretender Leiter des Werks III und Leiter Logistik bei Leopold.
Mehr Nachhaltigkeit dank Bedienerkomfort
Unter anderem entwickelte BOBST eigens für diese Maschine verfahrbare Regale und ein Easytransfer-System. Die Regale vereinfachen den Transport der großformatigen Stanzwerkzeugsätze an die Maschine und zurück an ihren Lagerort. Der Easytransfer-Turm hebt sie mechanisch auf die 1,80 Meter hohe Maschinenplattform. Damit erleichtert er nicht nur die Arbeit der Maschinenführer. Vielmehr macht er sie auch sicherer und effizienter. Leopold hat sich bei der MASTERCUT 165 PER für die höchstmögliche Maschinenanhebung entschieden, um in ihrer Auslage die maximale Stapelhöhe bis 2.000 mm ausreizen zu können.
Automatisierte Einrichtungsabläufe vereinfachen den Auftragswechsel. Das für speziell die Verarbeitung von Wellpappe und kaschierter Wellpappe angepasste kontaktlose POWER REGISTER garantiert eine einzigartige Registerpräzision. Die Stapelpositionierung und die Bogensynchronisation werden zudem mit dem SMART FEEDER automatisch auf die Registerwerte abgestimmt, womit höchste Präzision beim Stanzen garantiert wird.
In der MATIC-Steuerung lassen sich bis zu 5.000 Wiederholaufträge speichern und schnell wieder aufrufen. Die Maschinenführer brauchen hier nicht einzugreifen, sondern lediglich die Werkzeuge zu wechseln sowie die Stanzplatten und die Ausbrechstation einzustellen. Bei Bedarf nehmen die Bediener über die Mensch-Maschine-Schnittstelle SPHERE mit intuitiver Navigation nur noch ein Feintuning vor. So bietet ihnen die leicht zugängliche Maschine trotz ihrer einzigartigen Vielseitigkeit hohen Bedienkomfort.
Tooling-Synergien und Energierparnisse helfen ebenfalls mit, die Nachhaltigkeit im Werk wann immer möglich zu steigern. Leopold kann seine neue Stanze sowohl im Format VI als auch im Format VII fahren. Sie ist sogar kompatibel mit den Werkzeugen seiner Großformatstanzen MASTERCUT 145 von BOBST, über die das Unternehmen verfügt. Hinzu kommt die hohe Energieeffizienz der MASTERCUT 165 PER. So kann Leopold den jeweils nicht genutzten Prozess ausschalten, womit die nicht genutzten Module und Peripheriegeräte keinen Strom verbrauchen.
Entwicklungspotenzial voll ausschöpfen
Bislang waren Verpackungen aus Vollpappe das Kerngeschäft von Leopold. Mit der MASTERCUT 165 PER ist das Unternehmen also zu neuen Ufern aufgebrochen.
„Mit der MASTERCUT 165 PER Dual Stream verfügen wir generell über neueste Stanztechnologie, haben ihre Implementierung aber noch nicht in allen Bereichen abgeschlossen. Unter anderem gilt das für die TooLink-Option, um unsere Rüstzeiten bei Wiederholaufträgen weiter zu verkürzen“, nennt Lach ein Beispiel. So wurden einige Stanzwerkzeuge bereits mit TooLink-Daten-Chips ausgestattet, in denen die Auftragsdaten gespeichert werden. Beim Einschieben der Werkzeuge werden die Daten mit Sensoren aus den Chips ausgelesen und automatisch in die Mensch-Maschine-Schnittstelle übergeben.
Mehrere der in den Werken von Leopold vorhandenen Maschinen von BOBST wurden inzwischen an die digitale Plattform BOBST Connect angeschlossen. So auch die MASTERCUT 165 PER. Über den Service Helpline Plus für technische Hilfe aus der Ferne hinaus ermöglicht diese Anbindung dem Verpackungshersteller die Überwachung der Leistungsdaten dieser Maschinen. Für die Zukunft bietet ihm das vielfältige Potenziale für Optimierungen seiner Produktionsprozesse.
„Es entspricht unserer Philosophie, unsere Praxiserfahrungen in die Entwicklung neuer Maschinen unserer Lieferanten einzubringen und so einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Möglichkeiten innovativer Technik voll ausgereizt werden“, formuliert Bonna die Denkweise im Hause Leopold. „Wir wissen nicht, was der Markt in Zukunft von uns noch fordern wird. Alleine deshalb wollen wir uns alle Möglichkeiten erschließen.“
Leopold GmbH Verpackungen
Die Leopold GmbH Verpackungen mit aktuell etwa 235 Mitarbeitenden und mehr als 58.000 m2 Produktionsfläche wurde 1974 von Reiner Leopold in Ludwigsburg in Baden-Württemberg gegründet. Ihr Leistungsspektrum reicht von allen Arten von Falt-, Faltboden- und Aufrichteschachteln über patentierte Neuentwicklungen bis hin zu individuellen Sonderverpackungen aus Voll- und Wellpappe sowie kaschierten Verpackungsmaterialien. Kontinuierliches Wachstum führte über die Jahre hinweg zur Errichtung weiterer Werke in Bad Lauterberg und Marbach. Der Standort Marbach ging 2007 mit einer Druckmaschine und einer Flachbettstanze SPRINTERA 145 von BOBST an den Start – seinerzeit das Spitzenmodell im 6er-Format. Die neu errichtete Produktionshalle für das Format VII wurde im April 2024 in Betrieb genommen.





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Über BOBST
Wir sind einer der weltweit führenden Lieferanten von Anlagen und Services für die Substratverarbeitung, den Druck und die Weiterverarbeitung in den Bereichen Etiketten, flexible Materialien, Faltschachteln und Wellpappe. Unsere Gruppe hat eine Vision formuliert, wie wir die Zukunft der Verpackungswelt auf Basis der vier Säulen Vernetzung, Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit gestalten wollen.
Das 1890 von Joseph Bobst in Lausanne, Schweiz, gegründete Unternehmen BOBST ist in mehr als 50 Ländern vertreten, besitzt 21 Produktionsstätten in 12 Ländern und beschäftigt mehr als 6 300 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr, das am 31. Dezember 2025 endete, einen Umsatz von CHF 1.622 Milliarden.
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