BOBST und Michelman bauen ihre Zusammenarbeit bei gesetzeskonformen recycelbaren Verpackungslösungen aus

Mex, Schweiz, 23. Juni 2026

BOBST und Michelman verfügen über mehr als zehn Jahre Praxiserfahrung in der gemeinsamen Entwicklung recycelbarer Verpackungen mit hoher Barriere-Wirkung, die herkömmliche Verpackungen aus mehrschichtigen Kunststoffen ersetzen sollen. Auf der diesjährigen interpack zeigten Thierry Van Migem, bei Michelman Vertriebsleiter für die Region Europa, und Nick Copeland, bei BOBST Leiter Forschung & Entwicklung für Barriere-Lösungen, in einer gemeinsamen Präsentation auf, wie Verpackungs- und Markenartikelhersteller den Anforderungen der neuen EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (Packaging and Packaging Waste Regulation - PPWR) mit den jüngsten Entwicklungen beider Unternehmen im Bereich recycelbarer Technologien mit hoher Barriere-Wirkung gerecht werden können.

„Indem wir mit verschiedenen, an der Wertschöpfungskette beteiligten Industriepartnern zusammenarbeiten, können wir unsere Innovationen schneller entwickeln und auf den Markt bringen“, unterstrich Van Migem die grundlegende Bedeutung dieser Kooperationen.

Die PPWR verfolgt das Ziel, EU-weit den Verpackungsabfall zu reduzieren und die Recycling-Fähigkeit aller Verpackungen zu erreichen, um hier eine Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Sie bringt strengere Anforderungen an ihre Recycling-Fähigkeit und an ihren Rezyklatgehalt sowie an ihre Wiederverwendbarkeit und an die Abfallreduzierung mit sich. Ab dem 1. Januar 2030 müssen alle in der EU in den Verkehr gebrachten Verpackungsprodukte Mindestanforderungen an ihre Recycling-Fähigkeit entsprechen (anfangs Stufe C / etwa 70 % Wiederverwertbarkeit).

Bis zum Inkrafttreten der PPWR verbleiben nur noch drei Jahre. Sie übt aber bereits jetzt Druck auf die Verpackungshersteller aus – da kein Weg an nachhaltigen Verpackungen vorbeiführen wird. Sie müssen zeitnah handeln, damit sie rechtzeitig über die Technologien und Prozesse verfügen, mit denen sie die nur schwer recycelbaren herkömmlichen Verpackungen aus Verbundkunststoffen gegen recycelbare Monomaterial- oder faserbasierte Alternativen ersetzen können. BOBST und Michelman wissen nur zu gut, wieviel Zeit die Entwicklung, Optimierung, Industrialisierung und Skalierung neuer Lösungen beansprucht, die den Vorgaben der PPWR gerecht werden.

Große Schritte weitergekommen

Beide Unternehmen hatten bereits vor vielen Jahren die Notwendigkeit erkannt, nachhaltige Verpackungen mit hoher Barriere-Wirkung zu entwickeln. Und sie arbeiten schon lange an geeigneten Lösungen.

Solche nachhaltigen Alternativen konzentrieren sich bislang in erster Linie auf flexible Verpackungen aus Monomaterialien, auf faser- oder papierbasierte Materialien sowie auf kompostierbare und biobasierte Materialstrukturen. Zu Beginn ihrer Partnerschaft entwickelten BOBST und Michelman Schutzbeschichtungen für anorganische transparente Barriere-Technologien wie unter anderem AlOx und SiOx. Seither weiteten beide Unternehmen ihre Zusammenarbeit auf innovative Verpackungsstrukturen aus Monomaterialien und auf Papierbasis aus, die hohe Barriere-Leistung bieten und gleichzeitig recycelbar sind.

Auf dem Weg dorthin waren signifikante Herausforderungen zu überwinden – und exakt hier hat ihre Zusammenarbeit eine enorme Bedeutung erlangt. „Wir mussten bei erheblich anspruchsvolleren Materialien mit schlechteren Eigenschaften die gleiche Barriere-Leistung erzielen – und sie über jeden einzelnen Verarbeitungsschritt hinweg aufrechterhalten“, erklärte Copeland.

Das gelang, indem beide Unternehmen in der Entwicklung skalierbarer Lösungen, die sowohl den Anforderungen an ihre Nachhaltigkeit als auch an ihre Leistungsfähigkeit gerecht werden, das Know-how von Michelman rund um wasserbasierte Funktionsbeschichtungen mit den Technologien von BOBST für Vakuum-Metallisierungen, Beschichtungen und die Weiterverarbeitung zusammenbrachten.

Eine dieser wegweisenden Innovationen ist oneBARRIER PrimeCycle. Diese recycelbare Monomaterial-Lösung aus Polyethylen mit hoher Barriere-Wirkung für flexible Verpackungsanwendungen wurde von BOBST, Michelman und weiteren Industriepartnern entwickelt.

Ihr Aufbau kombiniert eine MDO-PE-Folie mit ultradünnen Primern von Michelman und mit der Vakuum-Metallisierungs-Technologie von BOBST. Das Ergebnis ist ein sehr leistungsfähiger Verbund auf PE-Basis, der hinsichtlich seiner Sauerstoff- und Wasserdampf-Durchlässigkeit Werte erreicht, die mit der ultrahohen Barriere-Leistung von Aluminiumfolien vergleichbar sind – entscheidende Faktoren für die Haltbarkeit und den Schutz von Produkten. Copeland: „Niemand wird sich mit weniger leistungsfähigen Lösungen zufriedengeben.“

Die unbedruckte, AlOx-haltige Struktur weist einen Polyethylen-Anteil bis 98 % auf und erreichte in externen Tests seitens des Instituts cyclos-HTP eine Recyclingfähigkeit von 98 %. Darüber hinaus unterstreicht diese Struktur, welche Leistungsvorteile extrem dünne Funktionsschichten mit sich bringen können. „Wir sprechen von per Vakuum-Metallisierung aufgebrachten Schichten, die etwa tausendfach dünner sind als ein menschliches Haar“, stellt Copeland fest.

oneBARRIER FibreCycle: Weiterentwicklung bei papierbasierten Verpackungen

Auf der interpack präsentierten BOBST und Michelman darüber hinaus ihre jüngsten Entwicklungen bei ihrer papierbasierten oneBARRIER FibreCycle-Lösung mit hoher Barriere-Wirkung. Im Gegensatz zu Polymerfolien bieten Papiermaterialien praktisch keine inhärente Barriere-Wirkung. Somit sind funktionale Beschichtungen und Metallisierungen bei ihnen unerlässlich.

„Bei Papier gehen wir von einem Material aus, das über keinerlei funktionale Barriere verfügt. Das ist hier eine der Herausforderungen“, so Copeland.

Die Struktur von oneBARRIER FibreCycle erfordert zwei Nassbeschichtungsschritte: eine Primer-Beschichtung vor der Metallisierung, auf die anschließend eine heißsiegelfähige Deckschicht aufgetragen wird. Der dritte Projektpartner, UPM Specialty Materials, suchte mit großer Sorgfalt ein geeignetes Papier aus, das mit Sauerstoffbarriere-wirksamen Primern und Heißsiegelschichten beschichtet und vakuum-metallisiert wurde. So konnten die drei Unternehmen gemeinsam Papierstrukturen präsentieren, die eine ultrahohe Barriere-Wirkung erreichen und gleichzeitig recycelbar sind.

Dabei unterstrichen sie die Bedeutung, die hier der Auswahl der Materialien, der Qualität der Beschichtungen und der Optimierung des gesamten Prozesses zukommt, um gleichbleibende Barriere-Ergebnisse sicherzustellen. Im Ergebnis erreichen die hergestellten Strukturen Sauerstoff-Durchlässigkeitsraten von lediglich 0,02 bis 0,1. Gleichzeitig hielten sie selbst unter tropischen Bedingungen eine hohe Barriere-Wirkung gegen Feuchtigkeit aufrecht. Auch in Tests der Recycling-Fähigkeit dieser Strukturen – sie wurden auf Basis internationaler Standards wie den harmonisierten CEPI-Richtlinien und denen der WMU (Western Michigan University) ausgeführt – wurden hervorragende Ergebnisse bestätigt.

Bio-basierte und andere Lösungen für die Zukunft

In der Präsentation kam auch die nächste Generation nachhaltiger Verpackungsmaterialien zur Sprache – unter anderem biobasierte und kunststofffreie Beschichtungssysteme. Hier lautet das Ziel, Verpackungsstrukturen zu entwickeln, die sowohl recycelbar als auch kompostierbar sind und gleichzeitig der EU-Richtlinie für Einwegkunststoffe (Single-Use Plastics Directive - SUPD) gerecht werden. Mit dieser Richtlinie sollen die Umweltauswirkungen von Einwegprodukten aus Kunststoffen – insbesondere Verpackungen und Artikel für die Gastronomie – verringert werden.

Beide Unternehmen betonten auch die Wichtigkeit, dass Nachhaltigkeit nicht zulasten der Funktionalität oder Verarbeitbarkeit der Verpackungsmaterialien gehen darf. „Wir können bei der Leistungsfähigkeit keine Abstriche in Kauf nehmen“, zog Van Migem die Grenze. „Konsumentinnen und Konsumenten erwarten, dass die Haltbarkeit ihrer Produkte unverändert bleibt.“

Die Industriepartner demonstrierten die Machbarkeit anhand einer Verpackung, die erfolgreich mit Maschinen für eine Produktion im industriellen Stil bei Geschwindigkeiten bis 350 Stück pro Minute und mit 100%iger Siegelleistung hergestellt wurden.

Eine weitere wichtige, auf der interpack vorgestellte Entwicklung ist ein Verfahren für die Kaschierung von Papierverpackungen mit ultradünnen Folien, die sich durch hohe Barriere-Wirkung auszeichnen. Diese Technologie kombiniert extrem dünne, metallisierte BOPP-Folien mit Papiermaterialien, womit Strukturen entstehen, deren Barriere-Leistung nahezu der von Aluminiumfolie entspricht.

Bei der Definition der Barriere-Eigenschaften spielt „die Oberflächenchemie eine wichtigere Rolle als die Dicke“, stellte Copeland fest. Indem sie Dünnschicht-Technologie mit den sauerstoffhemmenden Primern von Michelman kombinieren, erreichen die Unternehmen jetzt eine ultrahohe Barriere-Wirkung, die auch für anspruchsvollere Verpackungsanwendungen geeignet ist.

Kunden auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit unterstützen

Letztlich werden diese Innovationen Verpackungsherstellern Konformität mit der PPWR ermöglichen, womit sie einen Wettbewerbsvorteil an die Hand bekommen und den Nachhaltigkeitszielen ihrer Kunden entsprechen können.

Wollen sie sicherstellen, dass diese Innovationen für ihre Anwendungen in der Praxis geeignet sind, können Kunden die weltweiten Competence Center von BOBST und die Global Technology Center von Michelman nutzen, um ihre Entwicklungen zu testen und hier die Prozesse zu beschleunigen. Diese Kompetenzzentren ermöglichen es Kunden und Industriepartnern, Tests im industriellen Maßstab vorzunehmen – unter anderem in den Prozessschritten Beschichten, Metallisieren, Drucken und Kaschieren.

Indem sie ihr Fachwissen in den Bereichen Materialwissenschaft, Beschichtungschemie, Metallisierung und Weiterverarbeitungstechnologien bündeln, schieben BOBST und Michelman bei recycelbaren Verpackungen mit hoher Barriere-Leistung die Grenzen des Machbaren kontinuierlich hinaus. Vor dem Hintergrund des näher rückenden Inkrafttretens der PPWR kommt Partnerschaften wie dieser eine entscheidende Bedeutung zu, weil sie die Branche beim Umstieg auf skalierbare, wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Verpackungslösungen unterstützen.„Wir helfen Verpackungsherstellern, sich schneller in Richtung Nachhaltigkeit zu entwickeln – und begleiten sie unterstützend auf ihrem Weg dorthin“, erklärte Van Migem.

From left to right: Thierry Van Migem, Michelman and Nick Copeland, BOBST
co-created SUPD compliant solutions
Michelman; BOBST and UPM: Co-Created barrier paper solution and layering

The release (available in English, German, French, Italian and Spanish) can be downloaded here:

PR_BOBST and Michelman_23-06-2026_ENG.docx

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PR_BOBST and Michelman_23-06-2026_GER.docx

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PR_BOBST and Michelman_23-06-2026_FR.docx

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PR_BOBST and Michelman_23-06-2026_IT.docx

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Über BOBST
Wir sind einer der weltweit führenden Lieferanten von Anlagen und Services für die Substratverarbeitung, den Druck und die Weiterverarbeitung in den Bereichen Etiketten, flexible Materialien, Faltschachteln und Wellpappe. Unsere Gruppe hat eine Vision formuliert, wie wir die Zukunft der Verpackungswelt auf Basis der vier Säulen Vernetzung, Digitalisierung, Automatisierung und Nachhaltigkeit gestalten wollen.
Das 1890 von Joseph Bobst in Lausanne, Schweiz, gegründete Unternehmen BOBST ist in mehr als 50 Ländern vertreten, besitzt 21 Produktionsstätten in 12 Ländern und beschäftigt mehr als 6 300 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr, das am 31. Dezember 2025 endete, einen Umsatz von CHF 1.622 Milliarden.

Pressekontakt:
Gudrun Alex
BOBST PR Representative
Tel.: +49 211 58 58 66 66 ​
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Email: gudrun.alex@bobst.com

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